Eine unabgeschlossene Vergangenheit!

Am 27.01.2016 jährte sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz bereits zum 71. Mal. Zu diesem Anlass organisierte das Regionalbüro Westfalen zwei Gedenkfahrten mit je zwei Geschichtskursen. Bei einer Fahrt hatte ich das Glück, die Rolle des Tagungsleiters zu übernehmen und durfte so vom 28.01.2016 bis zum 01.02.2016 nach Krakau fliegen und die Gruppe der Schüler begleiten.

Nach der Anreise per Flugzeug bestanden die Schwerpunkte der Fahrt hauptsächlich aus den Besuchen der Gedenkstätten Auschwitz und Auschwitz-Birkenau sowie dem Kennenlernen des jüdischen Lebens in Krakau.

Ein Überlebender berichtet16_01 Krakau 27.1 (7)

Unmittelbar nach einem ersten kleinen Stadtrundgang stand ein Zeitzeugengespräch mit einem 92-jährigen Auschwitzüberlebenden an. Er nahm sich sehr viel Zeit, den Schülern seine persönliche Geschichte zu erzählen und beantwortete am Ende gerne die Fragen der Schüler.

Auschwitz: Am Ort des unaussprechlichen Grauens16_01 Krakau 27.1 (14)

Am zweiten Tag fuhr die Schülergruppe mit dem Bus von Krakau nach Oświęci, der Stadt, bei der sich das Stammlager von Auschwitz befindet. In Form einer Führung wurden die Schüler durch die Dauerausstellung und die Baracken des Lagers geführt. Den zweiten Programmpunkt des Tages bildete ein Workshop, der das Schicksal Kinder und Jugendlichen in Auschwitz thematisierte. Die Schüler konnten in Quellen und Dokumenten vom Konzentrationslager persönliche Recherchen anstellen und dadurch viel zum Schicksal der ca. 200.000 Kinder und Jugendlichen im Konzentrationslager Auschwitz erfahren. Zum Abschluss des Tages stand abends ein traditionelles polnisches Essen in einem Krakauer Restaurant an.

Auschwitz – Birkenau

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Am folgenden Tag ging es wieder Richtung Oświęci. Nicht weit entfernt vom „Stammlager“ Auschwitz befindet sich das noch größere Gelände des „Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau“. Dort wurde thematisch am Vortag angeschlossen. Über gut vier Stunden wurden die Schüler über das weitläufige Gelände, in den übergebliebenen Baracken und an den Ruinen vorbeigeführt. Am Abend gab es in einem jüdischen Restaurant dann ein gemeinsames Abendessen, welches selbstverständlich traditionell Koscher zubereitet wurde.

Das Jüdische Leben in Krakau

16_01 Krakau 27.1 (4)Am letzten Tag beschäftigte sich der Geschichts-LK aus Datteln mit dem Jüdischen Leben in Krakau aus der Perspektive der Vergangenheit und der heutigen Zeit. Ein zweisprachiger Guide führte die Schüler an allen wichtigen und bedeutungsvollen Orten des jüdischen Lebens vorbei. Station wurde unter anderem am ehemaligen jüdischen Ghetto gemacht, wo noch die letzten Überreste der Mauer des Ghettos zu besichtigen sind sowie an der Schindler-Fabrik. Die Schindler-Fabrik ist heute ein Geschichtsmuseum welches ebenfalls von den Schülern besucht wurde. Die Führung endete im jüdischen Stadtviertel Kazimierz, wo heute jüdisches Leben mit vielen jüdischen Restaurants und Synagogen Ausdruck findet. Die fünf Tage hinterließen bei den Schülerinnen und Schülern tiefe Eindrücke eines dunklen Kapitels der deutschen Geschichte, das weder verschwiegen noch jemals vergessen werden darf.

-von Moritz Reher (Regionalbüro Westfalen)


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1. ijgd Seminar – Ein bunter Haufen Freiwilliger

Die Trägerorganisation des FSJ-P die ijgd verpflichtet ihre Freiwilligen zum Besuch von fünf Seminaren, bei denen sich die Freiwilligen treffen und über selbstgewählte Themen und natürlich über ihre Einsatzstellen sprechen. Das erste dieser Seminare fand im Oktober in Königswinter statt.

Gegen halb zwei trafen die meisten von uns an der Bahnhaltestelle ein und gingen gemeinsam zur Unterkunft. Der erste Tag verging wie im Flug, bei typischen Aktionen wie dem Erstellen von Steckbriefen lernten wir uns schnell und unkompliziert kennen. Auch wenn die Aufgabe des Portrait-Zeichnens die meisten von uns als nicht allzu talentiert enttarnte.

Unsere Seminare folgen dem Leitbild der Selbstorganisation, dementsprechend auch der Selbstversorgung. Meine Kochgruppe, zu der auch mein Kollege Lars Schumacher aus St. Augustin gehörte, war abends direkt an der Reihe und meisterte alle Herausforderungen dank Teamwork mit Leichtigkeit.

Der Dienstag war von der Konrad-Adenauer-Stiftung organisiert und zusammen mit der Seminargruppe Hessen besuchten wir in Bonn das Kanzlerbungalow, die Ausstellung „Unter Druck – Medien und Politik“ im Haus der Geschichte und liefen den „Weg der Demokratie“ entlang.

Am nächsten Tag bereiteten wir vormittags einige Reden vor, die am Nachmittag bei der Simulation einer Bundesratssitzung im alten Bonner Bundesratsgebäude gehalten werden sollten. Diese Simulation, erneut gemeinsam mit der Seminargruppe Hessen, war für alle spannend und ungewohnt, da es im Bundesrat beispielsweise unüblich ist, nach Reden zu klatschen.rLSxeCAvJlu5hR7Hq0kAelhTapbauKoPzlZeRCATjWo

Abends unternahm unsere Seminargruppe etwas in Bonn, anstatt wie sonst im Aufenthaltsraum Werwolf zu spielen und zu quatschen.

Das Pflichtthema am Donnerstagmorgen, „Rechte und Pflichten im FSJ-P“ gestaltete sich netter als erwartet und am Nachmittag, bei der Sammlung von Vorschlägen für das Thema des nächsten Seminars im Januar, waren alle voller Elan dabei.

Bei einer Gruppe Freiwilligendienst-Absolventen ist die Motivation, bei der Organisation des nächsten Seminars zu helfen, natürlich wesentlich höher als man das aus Schulzeiten gewöhnt ist. Es wurde gelost, zwei Mädchen, zwei Jungs.

Jana, Max, Farras und ich werden also mit den beiden Teamern das nächste Seminar planen.

Freitag, Tag der Abreise: Nach dem Aufräumen und der Abschlussrunde setzte sich der Großteil der Gruppe Richtung Bonn in Bewegung. Doch damit man sich nicht erst im Januar wiedersieht stehen bereits die ersten Weihnachtsmarkt-Verabredungen auf dem Plan!

Alles in allem war es eine großartige Woche mit offenen, motivierten, politikinteressierten Menschen. Wir hatten viel Spaß und freuen uns auf das nächste Seminar!

Rebecca Zenk, Düsseldorf

Gastbeitrag – Jan Kleinheinrich

Von dem Schulhof in den Hörsaal? Kann man machen, muss man aber nicht. Auch ich stand vor einem Jahr vor der Entscheidung, wie es nun eigentlich weitergehen soll. Mir war klar, dass ich studieren möchte. Aber nicht jetzt. Ein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Konrad-Adenauer-Stiftung schien mir eine gute Möglichkeit zu sein, um die Zeit zwischen Schule und Studium sinnvoll zu überbrücken.

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Wenn ich jetzt an dieses Jahr zurückdenke, ist „sinnvoll“ sicherlich untertrieben. Das Regionalbüro Westfalen ist ein kleines Büro, dem entsprechend waren meine Aufgaben sehr flexibel. Sachbearbeitung, Tagungsleitung, Veranstaltungskonzeption und Online-Redaktion sind nur einige der Bereiche, in denen ich mitarbeiten durfte.

Entscheidend war für mich, einen typischen Büroalltag kennenzulernen. Ich finde die Vorstellung komisch, zur Schule zu gehen, danach zur Universität, aber vorher noch nie mit alltäglichen Büroabläufen konfrontiert worden zu sein. Diesbezüglich hat mich dieses Jahr praktische Erfahrung sehr weitergebracht.

Es wäre allerdings falsch zu sagen, dass das FSJ „nur“ im Büro stattgefunden hätte. In ganz Westfalen durfte ich bildungspolitische Veranstaltungen begleiten und leiten. Ein persönliches Highlight war für mich die Fahrradexkursion durch das Ruhrgebiet, bei der der Strukturwandel des Ruhrgebietes innerhalb von einer Woche er-fahren werden konnte. Wie groß die Region Westfalen ist, ist mir selbst erst in diesem Jahr aufgefallen.

Begleitet wurde das Soziale Jahr von Bildungsseminaren der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd), in deren Trägerschaft der Freiwilligendienst ist. Auf diesen Seminaren trafen sich alle, die ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Politischen Bildung in Nordrhein-Westfalen absolvieren. Hier habe ich auch Kim, Celina und Leon kennengelernt. Der Austausch mit den anderen Freiwilligen, die ein breites politisches Spektrum abdeckten, hat dieses Jahr enorm bereichert. In die Planung der Bildungstage wurden wir direkt eingebunden, konnten also die Themen behandeln, für die wir uns am meisten interessierten.

Nun ist das Jahr fast vorbei. Ein spannendes, lehrreiches Jahr in einem Team, in dem ich mich extrem wohlgefühlt habe und mit vielen wertvollen Bekanntschaften. Zu diesem Zeitpunkt war das FSJ die beste Entscheidung die ich hätte treffen können.

Wenn ich mich bei Veranstaltungen der Konrad-Adenauer-Stiftung als Absolvent eines Freiwilligen Sozialen Jahres im Politischen Leben vorgestellt habe, habe ich oft in fragende Gesichter geblickt. „Ach, das gibt es auch?“, war die häufigste Reaktion. Ja, in vielen Bereichen wird ein FSJ angeboten, auch im politischen. Ich freue mich, dass diese Möglichkeit bei der Konrad-Adenauer-Stiftung weiterhin besteht und bedanke mich herzlich für die schöne und intensive Zeit.

Gastbeitrag – Celina Brils

Ich bin Celina Brils und mache seit dem 01. September 2014 mein FSJP im Landesbüro NRW und Regionalbüro Rheinland der Konrad-Adenauer-Stiftung. Und da mein Jahr in der Stiftung nun auch schon in weniger als einem Monat vorbei ist, haben mich Kim und Leon gebeten doch rückblickend meine Eindrücke und Erfahrungen zu schildern.

Wie die Beiden, habe auch ich mich entschieden nach dem Abitur erst einmal ein Jahr etwas anderes zu machen bevor ich nun im Oktober anfangen werde zu studieren. Im Nachhinein kann ich sagen, dass das auf jeden Fall die richtige Entscheidung war! Unter anderem durfte ich im Januar eine Woche lang zusammen mit zwei Düsseldorfer Schulklassen nach Krakau fahren und dort als Tagungsleiterin tätig sein, eine Woche Freya Klier bei Ihrer Lesereise begleiten, zusammen mit den Freiwilligen aus St. Augustin nach Buchenwald fahren und eine Veranstaltung mit Schulklassen nach Brüssel begleiten. Aber nicht nur die vielen Veranstaltungen sondern auch die alltägliche Arbeit im Büro, zusammen mit einem tollen Team, machen mir den Abschied wohl sehr schwer. Nun werde ich noch die letzten Wochen hier im Büro in Düsseldorf genießen bevor für mich ein neuer Lebensabschnitt in Frankfurt beginnen wird.

Abschließend kann ich also nur noch einmal jedem empfehlen sich auch für ein freiwilliges Jahr im politischen Leben zu entscheiden.