Es ist mal wieder soweit…

Ein ereignisreiches Freiwilliges Soziales Jahr im politischen Leben geht zu Ende. Das letzte Seminar ist abgeschlossen, die letzten Veranstaltungen geplant und durchgeführt, die letzten Publikationen verschickt und die letzte Recherche abgeschlossen. So bleibt uns nur noch übrig eine Bilanz aus dem Jahr zu ziehen und zu versuchen, unsere Erfahrungen hier noch einmal zu bündeln.

In diesem Jahr haben wir sehr viel erlebt und gelernt. Angefangen bei der Arbeit im Büro, über das Planen von Veranstaltungen und ihre Durchführung, bis hin zu Teamarbeit und Selbstorganisation. Wir haben viele tolle Menschen kennengelernt, sind an besonderen Orten gewesen und  haben eine ganz andere Welt, als wir sie bisher kannten, kennengelernt. Natürlich gab es Highlights in diesem Jahr, wie das Wasserwerkgespräch und den Demokratiekongress in Bonn, Konrad Adenauers Geburtstagsfeier auf dem Petersberg oder die Gedenkstättenfahrt nach Buchenwald.

Aber für uns ist noch so viel mehr passiert. Vor allem haben wir viel über uns selber gelernt. Wer wir sind und wohin wir wollen.

Für uns geht es jetzt also weiter. Vanessa wird Rechtswissenschaften in Köln studieren, Tim beginnt eine Ausbildung bei der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin, Annika wird Germanistik und Philosophie in Bonn studieren und  Jan wird auch in Bonn sein Theologiestudium beginnen. Auf dem Weg zu diesen Entscheidungen durften wir einander begleiten. Er war nicht immer leicht und auch mal von dem einen oder anderen Problem gekennzeichnet. Aber am Ende können wir sagen, dass wir glücklich sind, diesen Weg gegangen zu sein. Denn die Erfahrungen, die wir gemacht haben, wollen wir nicht missen.

All diese Erfahrungen und schönen Erinnerungen haben wir dem Team hier in der Einsatzstelle zu verdanken. Wir wurden mit viel Geduld und Ausdauer, Stück für Stück an die Arbeit herangeführt. Und während man uns alles zeigte und erklärte, lief der Stiftungsbetrieb ganz normal weiter.

Dafür, dass man sich diese Zeit und Ruhe genommen hat, können wir nur ein großes „Danke“ sagen. Denn ohne Sie, alle die Menschen, die wir dieses Jahr getroffen haben und kennen lernen durften,  wäre unser Jahr nicht halb so schön gewesen.

Nichts destotrotz ist das Jahr nun leider vorbei. Zum Schluss werden Vanessa und Annika noch ihre fünf Nachfolger kennen lernen und die zwei gemeinsamen Tage nutzen, um sie einzuarbeiten und ihnen den Start in ihr FSJ-P zu erleichtern.

Die Zeit vergeht doch schneller, als man es sich wünscht schon bald trennen sich die Wege, die über das Jahr, hier in der Stiftung so eng miteinander verwoben waren. Hoffentlich nur um wieder auf einander zu treffen.

Darum ist es kein Abschied, sondern ein „Auf Wiedersehen“ – Eure Fantastic Four!

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Die Bonner Rede

Bonner Rede zur DemokratieDeutschland ist ein föderaler Bundesstaat, in dem die Bundesländer gemeinsam den Bund bilden. Die Ausübung der staatlichen Aufgaben und Befugnisse ist Aufgabe dieser Bundesländer. Dieser Föderalismus soll das Gegenstück zu dem Zentralismus der NS-Diktatur sein.
Doch ist dieser Föderalismus in Deutschland noch lebendig?
Dieser Frage ging die Konrad-Adenauer-Stiftung bei der diesjährigen Bonner Rede am 17. Mai auf den Grund.

Für uns begann die Bonner Rede mit dem Aufbau der Registrierung und des Büchertisches sowie mit der Dekoration der Bühne und des Saals. Wir FSJ-P’ler teilten uns auf und halfen unseren Kolleginnen und Kollegen bei der Anmeldung, unterhielten uns mit den Gästen und beantworteten Fragen zu unseren Publikationen, zum Programm oder generell Fragen über die Konrad-Adenauer-Stiftung.

Dieses Jahr wurde die Bonner Rede von Prof. Dr. Ferdinand Kirchhof, Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichtes, gehalten, der sich in seiner Rede den Artikel 30 des Grundgesetzten („Die Ausübung der staatlichen Befugnisse und die Erfüllung staatlicher Aufgaben ist Sache der Länder...“) und die Diskrepanz zwischen dem Grundgedanken und der Realität bemängelt. Laut Kirchhof haben sich die Kräfte zwischen Bund und Ländern immer mehr zu Gunsten des Bundes verschoben. Dies kommt daher, dass die Länder abhängig sind von der Finanzierung durch den Bund und Aufgeben abgeben, um diese Finanzierung zu erhalten. So stellt Kirchhof fest, dass heute ein „unitaristische[r] Bundesfinanzföderaliusmus“ vorherrscht, anstatt eines Föderalismus wie ihn sich die Väter des Grundgesetztes vorgestellt haben.

In der folgenden Podiumsdiskussion waren sich unsere Referenten, neben Prof. Dr. Ferdinand Kirchhof, Prof. Dr. Roland Sturm (Institut für politische Wissenschaft der Universität Erlangen-Nürnberg) und Ashok Sridharan (Oberbürgermeister der Stadt Bonn), einig, dass es den Ländern an finanziellen Mitteln mangeln würde, sei ein grundlegendes Problem. Diese müssten für jede Kleinigkeit beim Bund nach Geld fragen. Als Lösungsansatz wurde vorgeschlagen, dass die Länder über eigene Steuerquellen verfügen sollten, um eine vom Bund unabhängige Einnahmequelle zu haben. Ein weiteres Problem sahen die die Diskutanten aber auch darin, das es in Deutschland keine Föderalisten mehr gebe. Sowohl die Bevölkerung als auch die Politiker sind auf eine starken Bundesstaat ausgerichtet, der alles einheitlich regelt und überall die gleichen Verhältnisse schafft. Diese Geisteshaltung wird insbesondere durch global denkende Firmen und die steigende Mobilität der Bevölkerung begünstigt.

 

Europa – Ein tolles Projekt mit Vorbildfunktion

 

Am 6. Mai fand im und um das Bonner Rathaus der Europatag statt. Viele verschiedene in Europa aktive Organisationen bauten ihre Stände auf, um über ihre Arbeit zu informieren, ins Gespräch zu kommen und Europa mit all seinen positiven Aspekten wert zu schätzen.

Auch die Konrad-Adenauer-Stiftung war mit einem Stand vertreten.
Zusammen mit der Leiterin des Büros Bundesstadt Bonn, Dr. Ulrike Hospes, und dem Europakoordinator Dr. Martin Reuber begaben, wir uns nach Bonn. Dort feierten wir mikas_108224-1609-1-30_90t einer großen Torte nicht nur die Römischen Verträge sondern erinnerten auch an den 50. Todestag des deutschen Europäers Konrad Adenauer

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Viele Besucher beteiligten sich an unseren Umfragen. Wir hatten eine große Stellwand mit Meinungsfragen zur EU und zu Europa aufgebaut, die die Besucher auf bunten Karten beantworten konnten. Diese wurden dann an die Wand geheftet, sodass sie sich mit immer mehr Ideen, Meinungen und sogar Plädoyers für Europa füllte.

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Bereits Oberbürgermeister Sridharan hatte in seiner Eröffnungsrede am Vormittag betont, dass „schon allein die Tatsache, dass wir seit der Gründung der Europäischen Union in Frieden miteinander Leben, es wert [ist] an Europa festzuhalten“. Dies griffen viele Besucher auf.
Oft konnte man Wörter wie Frieden, Sicherheit, Menschenrechte, Offenheit, Respekt und Gerechtigkeit als Antwort auf die Frage nach der europäischen Idee finden. Aber auch Freizügigkeit, der Euro, Freunde in ganz Europa und Verständigung untereinander waren oft zu lesen.

Einige Besucher pinnten regelrechte Plädoyers oder Aufrufe zur Veränderung an. „Wir müssen den Jugendlichen von der Bedeutung der europäischen Idee erzählen“, „Bitte an nationale Politiker, nicht immer die EU für alles schlechte verantwortlich machen“, „Kein Brexit“, „Ein idealistisches  Projekt, das mit Feuereifer vertreten werden sollte“.

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Jan mit Axel Voss, dem Europaabgeordneten aus Bonn

 

So konnten alle, die Besucher und wir von den Informationen und den neuen Denkanstößen profitieren.
Es war unglaublich schön so viel Positives über Europa zu hören und zu sehen wie viele Menschen daran glauben, dass es etwas ist, für das es sich zu kämpfen lohnt.

Viele Grüße
Jan und Annika

Extremismus in Altenkirchen

Im Februar fand für Lennart und Tim das dritte Seminar der ijgd in Altenkirchen statt. Das Thema für diese Woche war Extremismus.

Nachdem wir am Montag alle angereist waren und uns gegenseitig begrüßt und ausgetauscht hatten, fingen wir umgehend mit einer Einführung in das Thema an. Wir versuchten zu klären, ab wann etwas als rechts- oder linksradikal einzuordnen ist und ab wann es extrem ist. Uns viel dabei auf, dass dies nicht immer ganz eindeutig zugeordnet werden kann. Wir kamen weiterhin zu der Erkenntnis, dass Links- und Rechtsextremisten sich nicht so stark voneinander unterscheiden, wie wir zuerst vermutet hatten. Am Abend beschäftigten wir uns noch mit den Anschlägen des NSU und schauten dazu eine Folge der Satiresendung „die Anstalt“.

Den Dienstagmorgen begannen wir mit einem „Mini-LARP“, indem es darum ging, dass unserer Welt eine Apokalypse droht und wir entscheiden müssen, wen wir retten würden. Über die zur auswahlstehenden Personen war uns nur der Beruf bekannt und darauf beruhte unsere Entscheidung. Wir merkten in diesem Spiel, dass wir Vorurteile gegenüber bestimmten Personengruppen hatten. Am Nachmittag beschäftigten wir uns mit dem Thema Rechtsextremismus und bereiteten in Gruppen Präsentationen zu Themen wie Verfassungsschutz, V-Männern und Symbole der rechten Szene vor.

Am Mittwoch starteten wir mit dem Film „Der Baader-Meinhof Komplex“ zum Thema Linksextremismus. Der Film informierte uns über die Anschläge der linksextremistischen Gruppe RAF und uns wurde deutlich, wie in den extremistischen Bereichen die Politik zur Nebensache wird. Im Anschluss diskutierten wir über den Film und hörten uns noch zwei Vorträge über Linksextremismus an.

Das Highlight dieses Seminares war für uns der Donnerstagvormittag als ein Aussteiger aus der rechtsextremen Szene kam und wir ihm fast 3 Stunden lang Fragen stellen konnten. Seine Geschichte war sehr interessant und aufschlussreich. Wir erfuhren, wie er den Einstieg in die Szene fand und wie es sich weiterentwickelte. Vieles hörte sich anfänglich harmlos an und radikalisierte sich sehr schnell. Am Abend feierten wir zum Abschluss eine kleine Karnevalsparty und versuchten unseren Freunden die Gepflogenheiten des kölschen Karnevals zu erläutern.

Am Freitagvormittag werteten wir das Seminar noch aus, verabschiedeten uns und machten uns auf den Heimweg. Wie immer hat das Seminar uns sehr viel Spaß bereitet und wir warten sehnsüchtig auf unser letztes Gruppenseminar Ende Juni.

Viele Grüße Lennart & Tim

 

Merzbach extrem!

Seminar in Merzbach zum Thema: Extremismus

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Dieses Mal fand unser Seminar in der evangelischen Jugendtagungsstätte Merzbach in der Nähe von Rheinbach statt. Das Thema war Extremismus. Auf dem letzten Seminar hatten wir uns bereits für dieses Thema entschieden. Das Seminar wurde dann von vier FSJ-P’lern, unter anderem Annika und Jan, sowie den beiden Seminarleitern geplant.Wir haben das Thema bewusst sehr weit gefasst, um möglichst viele Aspekte beleuchten zu können.

Nachdem alle in Merzbach angekommen waren gab es erstmal ein großes Wiedersehen. Dann begannen wir damit unsere eigenen Definitionen für extrem, extremes Verhalten und politischen Extremismus zu suchen. Wir stellten dabei schnell fest, dass unsere Ansichten durch sehr unterschiedliche Details geprägt sind. Ein Phänomen, auf das wir während der Woche noch öfter stoßen sollten.

Nach dieser ersten Übung nahmen die Kochgruppen wieder ihre Arbeit auf. Das Essen in dieser Woche war stark von unserem Selbstexperiment geprägt, in dem wir versuchten jeden Abend vegan zu kochen.

Dienstagvormittag besuchte uns Dominik Schmitz, ein ehemaliger Salafist. Er berichtete sehr eindringlich von seinen Erfahrungen mit dem islamischen Extremismus, wie er dazu gekommen ist, was es mit ihm gemacht hat und wie er heute damit lebt. Im Besonderen haben wir mit ihm darüber geredet, was junge Menschen dazu motiviert diesen Weg einzuschlagen und welche biographischen Eigenarten viele dieser Menschen mit sich bringen. Am Nachmittag haben wir uns zwei anderen Arten des Extremismus zugewandt. Dem Links- und Rechtsextremismus am Beispiel von RAF und NSU. Wir bekamen einen kurzen historischen Abriss über die beiden Gruppen, den Verlauf ihrer Aktivitäten und ihre Mitglieder.

Dieses Thema haben wir am Mittwoch wieder aufgegriffen. Von Rheinbach aus sind wir nach Bonn gefahren und haben das Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland besucht. Wir bekamen dort eine Führung mit dem Schwerpunkt auf Links-und Rechtsextremismus durch die Hauptausstellung des Museums. Nach der Führung bekamen wir eine kurze Einführung in das Pressedokumentationszentrum und die Bibliothek des Hauses der Geschichte. Hier recherchierten wir drei Stunden lang zu verschiedenen Aspekten der RAF und des NSU in Kleingruppen. Hierzu betrachteten wir die zeitgenössische Pressedokumentation dieser Ereignisse. Am Ende trugen wir alle Ergebnisse zusammen und verglichen unseren Eindruck über die Berichterstattung in dieser Zeit mit heute. Ein eindeutiges Ergebnis war schwierig fest zu halten, aber wir können sagen, dass insbesondere bei der RAF eine breite wohlwollende Haltung aus der linken Szene der Presse und Bevölkerung zum Ausdruck kam und bei dem NSU eher eine breite Verwirrung, da die Täter lange Zeit nicht bekannt waren.

Donnerstag widmeten wir uns schließlich einem etwas anderen Themas, dem Populismus. Wir versuchten auch hier wieder allgemeines zu diskutieren, was uns etwas leichter viel als beim Extremismus. Im Anschluss untersuchten wir das Parteiprogramm der AfD NRW hinsichtlich der Punkte, die wir zuvor herausgestellt hatten. Wir stellten insbesondere fest, dass die AfD die Aufarbeitung ihrer Forderungen in einer leicht verständlichen, übersichtlichen Weise gemeistert hat und man so das Gefühl hat, die Lösung des Problems sei tatsächlich so einfach. Dies ist wohl die gefährlichste Waffe des Populismus. Nachmittags beschäftigten wir uns wieder damit, ein neues Thema für unser nächstes Seminar im April zu finden: Das nächste Seminar wird um die kommenden Wahlen und Medien gehen.

Freitag war schließlich unser letzter Tag. Wir räumten Morgens noch gemeinsam das Tagungshaus auf, dann gab es eine Abschiedsrunde und schließlich machte sich jeder wieder auf seinen Heimweg.

Trotz des teilweise anstrengenden Themas haben wir als Gruppe eine tolle gemeinsame Woche erlebt. Wir sind schnell wieder zusammengewachsen und haben in der Freizeit viel Billard, Ligretto und SingStar gespielt.

Wir freuen uns schon auf das nächste Seminar. Bis dann liebe Seminargruppe 1!

Annika, Vanessa, Jonas und Jan

Paritätisches Großforum in Berlin

Anfang Februar lud der Paritätische Gesamtverband Freiwillige aus ganz Deutschland zu einem Kongress unter dem Titel „Freiwillig = Wertvoll“ nach Berlin ein. Etwa 130 Jugendliche kamen der Einladung nach, darunter auch ich im Namen der ijgd NRW.

Forum Berlin Gruppenbild

Ziel der zweitägigen Veranstaltung sollte es sein, den vielen Freiwilligen die Möglichkeit zu geben, sich über Werte im Freiwilligendienst auszutauschen und ein Konzept zu entwickeln, wie und wo die Strukturen und auch das öffentliche Ansehen im FSJ sowie im BFD geordnet und verbessert werden können. Gerade deswegen war es nicht nur wichtig, Freiwillige aus der ganzen Bundesrepublik einzuladen, sondern auch ein breites Spektrum der unterschiedlichen Freiwilligendienste abzubilden. So gibt es neben unserem FSJP und dem weit verbreiteten „klassischen“ FSJ noch Freiwilligendienste in der Denkmalpflege, Freiwilligendienste für über-27-jährige, das FÖJ und vieles mehr.

Nach dem gemeinsamen Kennenlernen, wurde die meiste Zeit über in Kleingruppen gearbeitet. So konnte sich jeder Freiwillige bei den Themen einbringen, die ihn interessieren und bei denen er mitgestalten wollte. Themen der Arbeitsgruppen waren unter anderem die Integration von Flüchtlingen im Freiwilligendienst, eine Vergütung die bundesweit zum Abdecken eines geringen Lebensstandards ausreicht, Partizipation an Entscheidungen des für uns zuständigen Bundesministeriums, dem Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), eine verbesserte Kommunikationsstruktur zwischen Zentralstellen und Trägern oder die Entwicklung einer PR-Kampagne in Anlehnung an die jüngste Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr.

Darüber hinaus konnten wir direkt mit den Personen sprechen, die für die Gestaltung der Freiwilligendienste zuständig sind, darunter der Staatssekretär des oben erwähnten Bundesministeriums, den gewählten Bundessprecher des BFDs, Bundestagsabgeordnete verschiedener Fraktionen, Personen aus der Chefetage des Paritätischen sowie diverse Vertreter der Träger auf Landesebene. Somit bot sich uns direkt die Möglichkeit, unsere Wünsche, unsere Ideen, aber auch unsere scharfe Kritik an den richtigen Stellen loszuwerden.

Das Forum diente natürlich auch dem Vernetzen von uns Freiwilligen. Mit vielen politisch Engagierten oder Interessierten zwischen Kiel und dem Bodensee kam man unweigerlich ins Gespräch. Auch bei der Rahmengestaltung des Kongresses hat sich der Paritätische nicht lumpen lassen und mit einer großartigen Versorgung und Unterhaltung zum Wohlbefinden beigetragen. Engagierte Comiczeichner lauschten bei den Arbeitsgruppen und den Plenumsgesprächen und gestalteten eine bunte Wand, die die Ergebnisse in kreativer Weise zusammenfasste. Unsere 14-köpfige ijgd-Delegation aus NRW war ein äußerst vergnüglicher Haufen und es fiel uns nicht schwer, uns in der freien Zeit in der Hauptstadt zu beschäftigen.

Comic Wand
Die Comicwand

 

Die Ergebnisse der vielen Überlegungen der zwei Tage sollen nun in die Tat umgesetzt werden. Zu den Themen, bei denen Handlungsbedarf besteht, haben sich die Gruppen vernetzt und arbeiten weiter an der Realisierung. Außerdem wurde den politisch Verantwortlichen mit auf den Weg gegeben, wofür sie sich einsetzten sollen. Die Differenzierung der verschiedenen Freiwilligendienste und der föderalen Zuständigkeiten muss überdacht werden. Ein bundesweiter Aktionstag ist ebenfalls in der Planung; 2017 noch in den sozialen Netzwerken und 2018 soll größer gedacht werden. Wer dann der Ansprechpartner unserer Nachfolger sein wird, wird die Bundestagswahl zeigen. Fotos und in Kürze auch Zusammenfassungen sind auf der Seite des Paritätischen zusammengestellt: http://www.bfd.paritaet.org/index.php?id=4184

Wir fordern nicht nur, wir helfen auch gerne mit, so wie es in einer Demokratie üblich ist. Letztlich sind wir Freiweilligen selbst diejenigen, die den Freiwilligendienst erst wertvoll machen.

Jonas Vogt

 

 

Lebendige Erinnerungen

petersberg-2017„Am Anfang stand Konrad Adenauer, er war der Erneuerer seines Landes“. Das erklärt Prof. Dr. Bernhard Vogel bei der Feier des 141. Geburtstages von Konrad Adenauer. Jedes Jahr veranstaltet die Konrad-Adenauer-Stiftung in Kooperation mit der Stiftung-Bundeskanzler-Adenauer-Haus einen Festakt auf dem Petersberg.
Und so kamen wir FSJ-Pler pünktlich aus den Winterferien zurück, um bei der Veranstaltung mithelfen zu können.

Alle Redner, Prof. Dr. Jürgen Rüttgers, Prof. Dr. Bernhard Vogel und Dr. Hans-Gert Pöttering, Vorsitzender der Konrad Adenauer Stiftung betonten die Relevanz Konrad Adenauers für das Deutschland und das Europa, in dem wir heute leben.
An dem Ort, an dem wir 2017 Konrad Adenauer gedenken, hat dieser 1949 das Petersberger Abkommen unterzeichnet und damit den ersten Schritt zu einem eigenständigen deutschen Staat getan.
Noch heute gilt er als geschickter, mit allen Wassern gewaschener Taktiker. Aber nicht das war der Grund für seinen Erfolg. Vielmehr war er ein Mann der Überzeugungen. Er fühlte sich seinen Wertgrundlagen verpflichtet und stand für das ein, woran er glaubte. So schaffte er es, ein zerstörtes, verletztes und vor allem perspektivloses Deutschland wieder aufzubauen.
Vor 70 Jahren hat Konrad Adenauer Leitentscheidungen für Deutschland getroffen, diese waren damals hochumstritten und hart umkämpft, trotzdem hatte er den Mut, hinter seinen Werten zu stehen und für sie einzustehen. Damit hat er unsere Demokratie maßgeblich zu dem gemacht, was sie jetzt ist. Während es seine Generation ist, der wir heute zu danken haben, dass wir in einem sicheren und stabilen Europa aufwachsen konnten oder dass wir nichts anderes kennen als eine funktionierende Demokratie, liegt es jetzt an uns weiterzuführen, was Konrad Adenauer begonnen hat.

Ein Problem dieser Zeit ist, dass wir zwar den Mut Konrad Adenauers und den seiner Wegbegleiter bewundern, eine Demokratie aus dem Nichts aufzubauen, aber gleichzeitig Angst davor haben, das weiter zu machen, was sie schon längst für uns begonnen haben, sind sich alle Redner einig.
Bernhard Vogel ruft auf: „Die Angst vor einer unsicheren Zukunft darf uns doch nicht lähmen, sondern muss uns dazu bringen weiter zu machen. Gefahren haben uns gelehrt, dass man sie auch abwenden kann, wir dürfen doch gerade jetzt nicht da sitzen und alles in Frage stellen, sondern müssen im Geiste Konrad Adenauers neue Impulse geben. Europa ist nicht gelähmt, es erlebt auch nicht die erste Krise. Aus Krisen müssen Wendepunkte, nicht Schlusspunkte werden.“
Denn die Legitimation von Staat und Demokratie muss immer wieder neu gesichert werden.

An diesem Abend haben wir nicht nur Konrad Adenauers gedacht, sondern wir wurden auch wieder von neuem inspiriert, warum unsere Arbeit in einer politischen Stiftung gerade jetzt wichtig ist und was es heißen kann, für seine Überzeugungen einzustehen.

„Wenn andere glauben, man ist am Ende, muss man erst richtig anfangen“, so Konrad Adenauer.