Konrad Adenauer. Ein Staatsmann aus Nordrhein-Westfalen – Vermächtnis und Auftrag

Paul Burgbacher; Lars Stötera; Selma Hettich; Lennart Lemgau
© Aschoffotografie | Veranstaltungsteam der KAS inklusive FSJ-Pler

Anlässlich Konrad Adenauers 142. Geburtstags feierte die Konrad-Adenauer-Stiftung in Kooperation mit der „Stiftung-Bundeskanzler-Adenauer-Haus“ dies wie jedes Jahr am  05. Januar auf dem Petersberg im Steigenberger-Hotel.
Für uns stand somit kurz nach dem Urlaub eine Großveranstaltung auf dem Programm; 2018 startete also sehr gut.
Für zwei von uns, Lennart und Lars, hieß es modisch  und vor allem sicher gut ausgestattet, sich am einigen 100 Meter entfernten Parkplatz aufzuhalten. Hier mussten wir die ankommenden Besucher gelegentlich einweisen, insbesondere aber auf den Shuttle-Service zum Tagungsort auf dem Petersberg hinweisen. Hierfür trugen wir die neu kreierten KAS-Warnwesten.
Für die anderen beiden von uns, Selma und Paul, war der Arbeitsplatz auf der Empore am Eingang des Veranstaltungssaals. Wir mussten die Teilnehmer mithilfe der Listen von Hand registrieren. Jedoch hatten wir dafür mit Beginn der Veranstaltung von der Empore auch mit die besten Plätze, um der Veranstaltung zu folgen.

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© Aschoffotografie | Veranstaltungssaal auf dem Petersberg

Neben der Preisverleihung, an welcher wir durch das Anreichen der Präsente aktiv beteiligt waren, gefiel uns vor allem die Festrede zum 142. Geburtstag Adenauers sehr gut. Die Festrede wurde von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet gehalten.
Anschließend hatten wir vier noch kurz die Gelegenheit mit Konrad Adenauer, dem Enkel des Bundeskanzlers Adenauer, ins Gespräch zu kommen. Er hat sich interessiert mit uns über unsere Tätigkeit bei der Adenauer-Stiftung und unsere weiteren Pläne unterhalten.

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© Aschoffotografie | Konrad Adenauer mit FSJ-Plern – (v.l.n.r.: Paul Burgbacher, Lennart Lemgau, Konrad Adenauer, Selma Hettich, Lars Stötera)

Genauere Informationen zum Ablauf und Inhalt der Veranstaltung gibt es hier: http://www.kas.de/wf/de/33.51244/

 

Bis bald,

Selma, Lars, Lennart & Paul

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F.A.Z.-KAS – Debatte mit Norbert Lammert im Maritim Köln

Land in Sicht? – Deutschland, Frankreich und die Zukunft Europas

Die Umzugskartons noch nicht alle ausgepackt stand letzte Woche für uns eine Großveranstaltung mit ca. 500 Gästen auf dem Programm. Nachdem wir alle Materialien aus den Umzugsresten zusammengesammelt hatten, galt es wieder den Bus zu packen. Fertig gepackt fuhren wir nach Köln zum Maritim Hotel am Heumarkt. Da wir FSJ-Pler zu viert vor Ort waren, war der Bus schnell ausgepackt, sodass wir mit dem Aufbau beginnen konnten.

Beachflag-Maritim
Beachflag in der Eingangshalle des Maritim-Hotels

Aufgrund der Größe der Veranstaltung hatten wir zahlreiche Roll-Ups vor Ort, welche im Maritim und vor allem im Foyer unseres Veranstaltungsbereiches verteilt worden sind. Nicht zuletzt wurde von uns die Bühne gestaltet, auf welcher später die Podiumsdiskussion stattfand. Danach mussten wir, wie es bei den Großveranstaltungen üblich ist, die Registrierung der Gäste aufbauen. Dafür hatten wir zahlreiche Laptops im Gepäck. Diese brauchten jetzt nur noch einen funktionierenden Netzwerkanschluss, was wir nach einigen Schwierigkeiten aber hinbekommen haben.

Registrierung
Registrierung der Gäste am Eingang

Als der Aufbau geschafft war, stand uns ein Zeitfenster für eine Pause zur Verfügung. Gegen 18 Uhr begaben wir uns dann alle langsam auf unsere Posten. Wir waren in erster Linie für die Registrierung vorne am Eingang zuständig. Hier waren die Gäste, wenn möglich mithilfe der Scanner, gegebenenfalls per Hand, in das System einzutragen. Jedoch fiel auch die Saalbetreuung in unseren Aufgabenbereich. Hier galt es darauf zu achten, dass die Gäste ihre Garderobe abgeben und vor allem Speisen und Getränke im Foyer ließen. Denn hier war für die Gäste zuvor ein Empfang mit Kölsch, Getränken und nahrhaften Kleinigkeiten bereitet. Gelegentlich halfen wir bei der Zuweisung reservierter Plätze im Saal.

Saal-Maritim
Saal „Maritim 1“ mit Podium und 600 gestellten Stühlen

Nachdem alle Gäste den Saal betreten hatten, konnte die Veranstaltung beginnen. Der Beginn wurde mit einem deutlichen Gong markiert. Daraufhin betraten Prof. Dr. Norbert Lammert (Bundestagspräsident a.D.), Michaela Wiegel (F.A.Z.-Korrespondentin in Paris) und Dr. Nino Galetti (Leiter des Auslandsbüros der KAS in Paris) sowie die Moderatorin Brigitte Büscher, welche aus der ARD-Talkshow „Hart aber fair“ als dortige Co-Moderatorin bekannt ist, den Saal. Für uns war damit der wesentliche Teil unserer Arbeit erstmal erledigt. Wir konnten im Folgenden der Diskussion folgen.

Rednerpult
Kulisse mit Rednerpult auf dem Podium

Das Publikum wurde durch TED-Umfragen in das Programm miteinbezogen. Es wurde ein „Vorher-Nachher-Vergleich“ gezogen, indem am Anfang drei Fragen an das Publikum gestellt worden sind. Diese drei Fragen wurden am Ende der Veranstaltung erneut gestellt. So konnte man erkennen, inwieweit die Veranstaltung die Zuschauer in ihren Sichtweisen verändert hat. Inhaltlich behandelte die Diskussion das Duo Merkel-Macron, das Europa verschiedener Geschwindigkeiten unter deutsch-französischer Führung sowie das Zusammenspiel der europäischen Staaten bei internationalen Krisen.

Paul Burgbacher; Lars Stötera; Selma Hettich; Lennart Lemgau
Büro „Bundesstadt Bonn“ mit FSJ-Plern und Prof. Dr. Norbert Lammert (Bundestagspräsident a.D.)

Nach Ende der Veranstaltung bauten wir ab. Wir vier packten alles zusammen und luden die Materialien schließlich in den Bus. Dann stand mit der Heimfahrt für uns der letzte Tagesordnungspunkt auf dem Programm. Es war ein sehr langer Arbeitstag, der allerdings sehr viel Spaß gemacht hat und ebenso interessant war.

Weitere Informationen gibt’s wie immer im Veranstaltungsbericht: http://www.kas.de/wf/de/33.51099

Wir freuen uns schon auf die kommenden Veranstaltungen …

Bis dahin,

Selma, Lars, Lennart & Paul

Umzug in die Rathausallee

Nach dem Jugendpolitiktag in Aachen war es endlich soweit, das Büro Bundesstadt Bonn sowie die Veranstaltungsorganisation ziehen nun ins Haupthaus der KAS. Die ersten Umzugsvorbereitungen standen somit an.
Ab Mitte November wurden in der Südstraße Umzugskartons gepackt.. Auf dem Plan stand nicht nur das Packen von Kartons, sondern auch das Ausmisten und Entsorgen von nicht mehr benötigten Unterlagen.

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Zwischendrin setzten wir die inhaltliche Arbeit jedoch fort. So begannen wir mit Herrn Dr. Gruber, dem Landesbeauftragten NRW, erste Überlegungen für ein Projekt aufzustellen. Das Konzept soll hauptsächlich allein von uns FSP-lern aus NRW, also neben uns Fünfen auch mit  Eileen aus Düsseldorf und Johannes aus Dortmund, geplant und organisiert werden. Wir freuen uns sehr auf dieses Projekt, da man uns hier viel zutraut und dadurch eben auch viel Vertrauen entgegenbringt. Wir werden unser Bestes geben.

 

vollerBus
erste Touren von der Südstraße in die Rathausallee

Eine weitere Aufgabe im Zuge des Umzuges bestand darin, unser neues Büro zu planen.
Eine teilweise lustige Herausforderung stellte sich uns beim Transport der Pflanzen. Denn diese sollten genau wie die wichtigsten Bilder bereits vorher mit unserem Bulli in die gut 500 Meter entfernte Rathausallee verbracht werden. Schließlich sind wir diese Strecke mit eingeschalteter Warnblinkanlage und mit einer Geschwindigkeit von 5 – 10 km/h gefahren, sodass die Pflanzen nicht im Bus herumfliegen.
Die größte Fuhre stand für uns mit dem Transport der Roll-Ups an, denn als diese erstmal verladen waren, fiel uns auf, wie viele davon doch in unserem Materiallager lagerten.
Mit einer von Dr. Schneider ins Leben gerufenen Packparty wurden die noch vorhandenen Restbestände von allen Mitarbeitern gemeinsam zuammengepackt. Wir haben dies mit einem gelungenen Snack und ortsüblichen Getränken eingeläutet.
Schließlich mussten noch sämtliche Möbel, Kartons, etc. für das Umzugsunternehmen mit Etiketten versehen werden, sodass die Möbelpacker wissen, wohin das entsprechende Teil in der Rathausallee zu verbringen ist.
Vor ein paar Tagen sind wir dann erstmal fertig geworden. Denn unsere Büros sind nun auch mit Möbeln und Technik vollständig eingerichtet.

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Der Kabelsalat muss im neuen Viererbüro erstmal sortiert werden.

Allerdings fällt im Hinblick auf den Umzug bestimmt noch etwas an, ein Ende ist also nicht in Sicht. An dieser Stelle sei das Einräumen des Materialraumes genannt.

Auf Wiedersehen, Südstraße !
abschiedsbild-sc3bcdstr.jpgKartonchaos_2Etage_Südstr

Gastbeitrag aus dem Büro Westfalen – Rhetorikseminar

Rhetorik für die politische Praxis: Teilnahme am Rhetorikseminar in Bad Honnef.

Lampenfieber- und nun? Vom 24.-26.11.2017 habe ich in Bad Honnef an einem Rhetorik Seminar teilgenommen, bei dem genau solche Fragen auf der Tagesordnung standen.
Unter der Tagungsleitung des Kommunikationstrainers Dr. Werner Dieball, konnte ich meine kommunikativen Kompetenzen erweitern. Durch entsprechenden Humor gelang es Herrn Dieball, die Seminarinhalte erfolgreich zu vermitteln.
In videogestützten Trainings mit anschließendem Feedback haben wir den souveränen Auftritt auch in schwierigen Situationen (Zwischenrufe, Störungen) geübt.
Das Klima der Seminargruppe war auch abseits der Unterrichtseinheiten sehr gut.   Am Abend wurde gemeinsam Fußball geguckt und Tischtennis gespielt.
Unter den Teilnehmern waren auch vermehrt Mandatsträger der Kommunalpolitik, die „überraschender“ Weise auch nur mit Wasser kochen.
Mit vielen kleineren und größeren Tipps (richtiger Stand, richtiges Atmen) konnte der Kommunikationstrainer die Seminargruppe entscheidend voranbringen.
Das Seminar hat mir wirklich Spaß gemacht, da ich gemerkt habe, wie  ich von Stunde zu Stunde und von Tag zu Tag Gelerntes besser umsetzten konnte. Ich weiß jetzt, welche Punkte ich noch verbessern kann und welche schon gut laufen.

Bis dahin,

Johannes Fleischhauer
FSJ-P´ler im Regionalbüro Westfalen

Im Bundesverteidigungsministerium: „Der Brexit: Der Anfang vom Ende der Europäischen Union?“

Am 23.11. waren wir bei einem Seminar im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn dabei. Das Thema: „Der Brexit: Der Anfang vom Ende der Europäischen Union?“ klang schon einmal sehr vielversprechend. Den Anfang des Seminars bildete ein Eröffnungsvortrag des Tagungsleiters und pensionierten Oberleutnants der Luftwaffe Walter Bredthauer. Er ist nun für die Konrad-Adenauer-Stiftung tätig und schaffte eine gute Vorstellung der Stiftung und eine Überleitung zum Thema Brexit.

Der erste Referent war Dr. Andreas Marchetti, Geschäftsführer  der Politglott GmbH, die sich auf das Thema Europa spezialisiert hat. In seinem sehr lebendig gehaltenen Vortrag mit dem Titel „Brexit means Brexit?“ beleuchtete er den Brexit noch einmal genauer. Wie kam es zum Brexit? Was waren die Ursachen des Brexits? Wie hat sich Großbritannien bisher in der EU verhalten? Wie ist der aktuelle Stand der Verhandlungen?

Interessant waren auch die düsteren Aussichten für Großbritannien  aus wirtschaftlicher Sicht. Schwer könnte man sich vorstellen, dass Großbritannien ein Mitglied der EWR wird und weiterhin Europäisches Recht anerkennen müsste, nachdem die Brexit-Befürworter doch so gegen die Vorschriften und Bürokraten aus Brüssel Stimmung gemacht haben.

Auf der anderen Seite ergeben sich aber auch für Europa einige negative  Folgen des Brexits aus wirtschaftlicher Sicht, da Großbritannien ein wichtiger Handelspartner ist. Zölle auf Autos z.B. würden Deutschlands Autohersteller hart treffen.

Herrn Dr. Marchetti gelang es, den Teilnehmern die Hintergrundinformationen so zu vermitteln, dass hieraus eine lebhafte Diskussion entstehen konnte.

Lars Stötera; Selma Hettich
Herr Dr. Andreas Marchetti mit den FSJPlern Lars und Selma

Als zweiter Referent konzentrierte sich Peter Bauch hauptsächlich auf die Folgen des Brexits für den Europäischen Einigungsprozess und die Auswirkungen auf die Außen- und Sicherheitspolitik der EU und der NATO. Für die Bundeswehr war es wichtig zu wissen, welch‘ große Lücke sich aus dem EU-Austritt der Briten in der europäischen Außenpolitik ergibt, da Großbritannien bedingt durch das Commonwealth immer eine der größten  und auslandserfahrensten Armeen der EU hatte. Diese Lücken müssen nun andere Länder der EU füllen. Dort wird Deutschland sicherlich gefragt sein. Denn, wenn die EU die Lücke nicht fülle, erzählte Herr Bauch, werden es sicherlich Länder wie China tun.
Am Ende kam dann noch eine sehr lebhafte Disskussion über die EU in ihrer jetzigen Form auf. Einige waren der Meinung, es solle mehr Europa geben, andere wollten weniger Europa.
Alles in allem war es ein sehr spannender und lehrreicher Tag, der uns den Brexit und den aktuellen Stand der Verhandlungen umfangreich erläutert hat.

Bis bald,

Selma & Lars

 

 

Es ist mal wieder soweit…

Ein ereignisreiches Freiwilliges Soziales Jahr im politischen Leben geht zu Ende. Das letzte Seminar ist abgeschlossen, die letzten Veranstaltungen geplant und durchgeführt, die letzten Publikationen verschickt und die letzte Recherche abgeschlossen. So bleibt uns nur noch übrig eine Bilanz aus dem Jahr zu ziehen und zu versuchen, unsere Erfahrungen hier noch einmal zu bündeln.

In diesem Jahr haben wir sehr viel erlebt und gelernt. Angefangen bei der Arbeit im Büro, über das Planen von Veranstaltungen und ihre Durchführung, bis hin zu Teamarbeit und Selbstorganisation. Wir haben viele tolle Menschen kennengelernt, sind an besonderen Orten gewesen und  haben eine ganz andere Welt, als wir sie bisher kannten, kennengelernt. Natürlich gab es Highlights in diesem Jahr, wie das Wasserwerkgespräch und den Demokratiekongress in Bonn, Konrad Adenauers Geburtstagsfeier auf dem Petersberg oder die Gedenkstättenfahrt nach Buchenwald.

Aber für uns ist noch so viel mehr passiert. Vor allem haben wir viel über uns selber gelernt. Wer wir sind und wohin wir wollen.

Für uns geht es jetzt also weiter. Vanessa wird Rechtswissenschaften in Köln studieren, Tim beginnt eine Ausbildung bei der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin, Annika wird Germanistik und Philosophie in Bonn studieren und  Jan wird auch in Bonn sein Theologiestudium beginnen. Auf dem Weg zu diesen Entscheidungen durften wir einander begleiten. Er war nicht immer leicht und auch mal von dem einen oder anderen Problem gekennzeichnet. Aber am Ende können wir sagen, dass wir glücklich sind, diesen Weg gegangen zu sein. Denn die Erfahrungen, die wir gemacht haben, wollen wir nicht missen.

All diese Erfahrungen und schönen Erinnerungen haben wir dem Team hier in der Einsatzstelle zu verdanken. Wir wurden mit viel Geduld und Ausdauer, Stück für Stück an die Arbeit herangeführt. Und während man uns alles zeigte und erklärte, lief der Stiftungsbetrieb ganz normal weiter.

Dafür, dass man sich diese Zeit und Ruhe genommen hat, können wir nur ein großes „Danke“ sagen. Denn ohne Sie, alle die Menschen, die wir dieses Jahr getroffen haben und kennen lernen durften,  wäre unser Jahr nicht halb so schön gewesen.

Nichts destotrotz ist das Jahr nun leider vorbei. Zum Schluss werden Vanessa und Annika noch ihre fünf Nachfolger kennen lernen und die zwei gemeinsamen Tage nutzen, um sie einzuarbeiten und ihnen den Start in ihr FSJ-P zu erleichtern.

Die Zeit vergeht doch schneller, als man es sich wünscht schon bald trennen sich die Wege, die über das Jahr, hier in der Stiftung so eng miteinander verwoben waren. Hoffentlich nur um wieder auf einander zu treffen.

Darum ist es kein Abschied, sondern ein „Auf Wiedersehen“ – Eure Fantastic Four!

Die Bonner Rede

Bonner Rede zur DemokratieDeutschland ist ein föderaler Bundesstaat, in dem die Bundesländer gemeinsam den Bund bilden. Die Ausübung der staatlichen Aufgaben und Befugnisse ist Aufgabe dieser Bundesländer. Dieser Föderalismus soll das Gegenstück zu dem Zentralismus der NS-Diktatur sein.
Doch ist dieser Föderalismus in Deutschland noch lebendig?
Dieser Frage ging die Konrad-Adenauer-Stiftung bei der diesjährigen Bonner Rede am 17. Mai auf den Grund.

Für uns begann die Bonner Rede mit dem Aufbau der Registrierung und des Büchertisches sowie mit der Dekoration der Bühne und des Saals. Wir FSJ-P’ler teilten uns auf und halfen unseren Kolleginnen und Kollegen bei der Anmeldung, unterhielten uns mit den Gästen und beantworteten Fragen zu unseren Publikationen, zum Programm oder generell Fragen über die Konrad-Adenauer-Stiftung.

Dieses Jahr wurde die Bonner Rede von Prof. Dr. Ferdinand Kirchhof, Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichtes, gehalten, der sich in seiner Rede den Artikel 30 des Grundgesetzten („Die Ausübung der staatlichen Befugnisse und die Erfüllung staatlicher Aufgaben ist Sache der Länder...“) und die Diskrepanz zwischen dem Grundgedanken und der Realität bemängelt. Laut Kirchhof haben sich die Kräfte zwischen Bund und Ländern immer mehr zu Gunsten des Bundes verschoben. Dies kommt daher, dass die Länder abhängig sind von der Finanzierung durch den Bund und Aufgeben abgeben, um diese Finanzierung zu erhalten. So stellt Kirchhof fest, dass heute ein „unitaristische[r] Bundesfinanzföderaliusmus“ vorherrscht, anstatt eines Föderalismus wie ihn sich die Väter des Grundgesetztes vorgestellt haben.

In der folgenden Podiumsdiskussion waren sich unsere Referenten, neben Prof. Dr. Ferdinand Kirchhof, Prof. Dr. Roland Sturm (Institut für politische Wissenschaft der Universität Erlangen-Nürnberg) und Ashok Sridharan (Oberbürgermeister der Stadt Bonn), einig, dass es den Ländern an finanziellen Mitteln mangeln würde, sei ein grundlegendes Problem. Diese müssten für jede Kleinigkeit beim Bund nach Geld fragen. Als Lösungsansatz wurde vorgeschlagen, dass die Länder über eigene Steuerquellen verfügen sollten, um eine vom Bund unabhängige Einnahmequelle zu haben. Ein weiteres Problem sahen die die Diskutanten aber auch darin, das es in Deutschland keine Föderalisten mehr gebe. Sowohl die Bevölkerung als auch die Politiker sind auf eine starken Bundesstaat ausgerichtet, der alles einheitlich regelt und überall die gleichen Verhältnisse schafft. Diese Geisteshaltung wird insbesondere durch global denkende Firmen und die steigende Mobilität der Bevölkerung begünstigt.