27 Jahre Deutsche Einheit !

Zum Tag der Deutschen Einheit fand auch dieses Jahr wieder die alljährliche Wasserwerkveranstaltung im früheren neuen Plenarsaal des Deutschen Bundestages in Bonn statt. Für uns FSJ-Pler, Selma, Simon & Paul, war dies die erste Großveranstaltung. Lennart und Lars konnten leider nicht dabei sein, da sie zurzeit auf einem der Trägerseminare der ijgd in Altenkirchen sind.
Am Dienstagmorgen des Tages der Deutschen Einheit ging es mit dem VW-Bus und den Materialien bzw. mit Bus und Bahn zum World-Conference-Center Bonn.
Dort luden wir die Materialien aus dem Bus und bauten auf – Registrierung, Büchertisch, zahlreiche Roll-Ups, Fahnen und, und, und …
Als der Aufbau geschafft war, stand eine kurze Verschnaufpause an, bevor wir uns dann auch in die schicken Klamotten geschmissen haben.

FSJ-Pler (von li. nach re.) Simon, Selma & Paul vor dem Bundesadler

Um 14 Uhr war Einlass, wir saßen zu Beginn vorne an der Registrierung für die rund 700 Gäste, wodurch wir direkt intensiv beschäftigt waren.
Nach gut 90 Minuten durften wir FSJ-Pler in den Plenarsaal, um einerseits der Debatte zu folgen. Andererseits sollten wir uns mit Mikrofonen im Saal verteilen, um diese für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung zu stellen. Aufgrund der regen Podiumsdiskussion zum Thema „Luther und die Deutschen“ kamen unsere Mikrofone jedoch gar nicht mehr zum Einsatz.

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© Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. | Noltenius

Zu Beginn der Veranstaltung hielt Dr. Hans-Gert Pöttering, Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. und Präsident des Europäischen Parlamentes a.D., die Begrüßungsrede. Im Folgenden wurde aus evangelischer Sicht von Christine Lieberknecht, Ministerpräsidentin des Freistaates Thüringen a.D., und aus katholischer Sicht von Prof. Dr. Dr. Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, u.a. über die Frage „Welche Bedeutung hat der Reformator heute?“ referiert.
Anschließend wurde in der Podiumsdiskussion unter der Leitung von Matthias Gierth, Deutschlandfunk, über den Weg der Deutschen Einheit, Ökumene, Bildung, Verantwortung, Europa u. v. m. gesprochen.
Zum Ende hielt Frau Dr. Melanie Piepenschneider, Leiterin Politische Bildung Konrad-Adenauer-Stiftung e.V., das Schlusswort.
Der Festakt endete mit dem Singen der Nationalhymne.
Für uns stand anschließend nach der Verabschiedung der Gäste noch der Abbau der Veranstaltung auf der Tagesordnung, welchen wir aber schnell bewältigt hatten.

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© Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. | Noltenius                                                                                          von li. nach re.: Mathias Gierth, Prof. Dr. Dr. Sternberg, FSJlerin Selma Hettich, FSJler Paul Burgbacher, Christine Lieberknecht, FSJler Simon Freitag, Dr. Hans-Gert Pöttering

Uns hat der Tag sehr gefallen. Wir hatten Spaß bei der Arbeit und konnten auch mal außerhalb des Büros tatkräftig mithelfen.

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie unter folgendem Link: http://www.kas.de/wf/de/33.50220/

Bis bald,

Selma, Simon & Paul

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Im Verteidigungsministerium – der erste Außeneinsatz

Hallo zusammen!

Nach der erfolgreichen Einarbeitung von den ehemaligen FSJlerinnen, Vanessa und Annika, hatte die neue Generation in Person von Lennart und Paul vor gut zwei Wochen die Gelegenheit eines der Bundeswehr-Seminare zu begleiten.
Das Thema der Veranstaltung im Bundesverteidigungsministerium in Bonn auf der Hardthöhe war „Europäische Verteidigungsinitiative vor dem Hintergrund der Präsidentschaft Trump“.
In erster Linie waren wir dafür zuständig, das benötigte Material von Sankt Augustin nach Bonn zu fahren. Nach der schnellen und unkomplizierten Verteilung der Materialien konnten wir allerdings „ganz normal“ an dem Seminar teilnehmen.

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Es standen sehr interessante, aktuelle und vor allem bedeutsame Aspekte auf der Tagesordnung. Am Vormittag wurde die US-amerikanische Außenpolitik, wie sie war, ist und sein wird, beleuchtet. Der erste Referent, Herr Marc Würfel-Elberg, referierte über die US-Außenpolitik zur Zeit des Kalten Krieges. Aber auch der Kontrast zu der isolationistischen Außenpolitik der USA vor dem ersten Weltkrieg wurde herausgearbeitet.
Im Folgenden ging es um den US-Präsidenten Donald Trump und wie er sich zu den markanten Themen der Weltpolitik verhält. Beim Welthandel und damit verbunden Netzwerken etc. scheint er sich nur das herauszusuchen, was für die USA wichtig sei. Am Beispiel der geplanten Einwanderungsregelungen Trumps wurde dargestellt, dass die Gewaltenteilung in der funktionierenden Demokratie der Vereinigten Staaten sehr wohl greift, da die Bundesrichter die Ausführung Trumps Erlassen verhindern konnten.
Am wichtigsten aber ist natürlich die aktuelle Lage, welche vor allem für Südkorea und die Hauptstadt Seoul, aber auch für Ostasien und letzten Endes für die ganze Welt brisant und gefährlich ist. Dieser sicherheitspolitische Aspekt ist auch für die Politik Trumps ausschlaggebend. Es wurde auch die Frage diskutiert, ob und wenn ja, inwieweit die USA noch die einzige Weltmacht sind, welche Position sie nach dem Kalten Krieg erhielten.

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Im zweiten Teil des Tages ging es mit der Entstehung der europäischen Idee weiter. Laut Peter Bauch, dem zweiten Referenten, ist die heute bestehende, wirtschaftlich geprägte EU v.a. ein solches Wirtschaftsnetzwerk geworden, weil die EVG (Europäische Verteidigungsgemeinschaft) 1954 an der französischen Nationalversammlung gescheitert ist.
Seitdem übernahm in erster Linie die NATO die militärischen Angelegenheiten Europas. Die dann entstandene EWG (Europäische Wirtschaftsgemeinschaft) sei eine Art Ersatzlösung, bei welcher man versucht habe, einen Sicherheitsmehrwert durch Wirtschaftsverflechtung zu erreichen.
Insgesamt war es ein sehr spannendes und lehrreiches Seminar für uns beide und wir freuen uns, dass wir die Möglichkeit hatten, an diesem teilzunehmen und wir freuen uns auf weitere spannende Seminare. An dieser Stelle auch nochmal einen herzlichen Dank an Herrn Dr. Hoch (Konrad-Adenauer-Stiftung, Koordinator Sicherheitspolitik und Bundeswehr), welcher die Veranstaltung konzipiert hat.

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Herr Marc Würfel-Elberg (Referent, r.) mit den FSJ-Plern

 

Bis Bald,

Paul & Lennart

Es ist mal wieder soweit…

Ein ereignisreiches Freiwilliges Soziales Jahr im politischen Leben geht zu Ende. Das letzte Seminar ist abgeschlossen, die letzten Veranstaltungen geplant und durchgeführt, die letzten Publikationen verschickt und die letzte Recherche abgeschlossen. So bleibt uns nur noch übrig eine Bilanz aus dem Jahr zu ziehen und zu versuchen, unsere Erfahrungen hier noch einmal zu bündeln.

In diesem Jahr haben wir sehr viel erlebt und gelernt. Angefangen bei der Arbeit im Büro, über das Planen von Veranstaltungen und ihre Durchführung, bis hin zu Teamarbeit und Selbstorganisation. Wir haben viele tolle Menschen kennengelernt, sind an besonderen Orten gewesen und  haben eine ganz andere Welt, als wir sie bisher kannten, kennengelernt. Natürlich gab es Highlights in diesem Jahr, wie das Wasserwerkgespräch und den Demokratiekongress in Bonn, Konrad Adenauers Geburtstagsfeier auf dem Petersberg oder die Gedenkstättenfahrt nach Buchenwald.

Aber für uns ist noch so viel mehr passiert. Vor allem haben wir viel über uns selber gelernt. Wer wir sind und wohin wir wollen.

Für uns geht es jetzt also weiter. Vanessa wird Rechtswissenschaften in Köln studieren, Tim beginnt eine Ausbildung bei der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin, Annika wird Germanistik und Philosophie in Bonn studieren und  Jan wird auch in Bonn sein Theologiestudium beginnen. Auf dem Weg zu diesen Entscheidungen durften wir einander begleiten. Er war nicht immer leicht und auch mal von dem einen oder anderen Problem gekennzeichnet. Aber am Ende können wir sagen, dass wir glücklich sind, diesen Weg gegangen zu sein. Denn die Erfahrungen, die wir gemacht haben, wollen wir nicht missen.

All diese Erfahrungen und schönen Erinnerungen haben wir dem Team hier in der Einsatzstelle zu verdanken. Wir wurden mit viel Geduld und Ausdauer, Stück für Stück an die Arbeit herangeführt. Und während man uns alles zeigte und erklärte, lief der Stiftungsbetrieb ganz normal weiter.

Dafür, dass man sich diese Zeit und Ruhe genommen hat, können wir nur ein großes „Danke“ sagen. Denn ohne Sie, alle die Menschen, die wir dieses Jahr getroffen haben und kennen lernen durften,  wäre unser Jahr nicht halb so schön gewesen.

Nichts destotrotz ist das Jahr nun leider vorbei. Zum Schluss werden Vanessa und Annika noch ihre fünf Nachfolger kennen lernen und die zwei gemeinsamen Tage nutzen, um sie einzuarbeiten und ihnen den Start in ihr FSJ-P zu erleichtern.

Die Zeit vergeht doch schneller, als man es sich wünscht schon bald trennen sich die Wege, die über das Jahr, hier in der Stiftung so eng miteinander verwoben waren. Hoffentlich nur um wieder auf einander zu treffen.

Darum ist es kein Abschied, sondern ein „Auf Wiedersehen“ – Eure Fantastic Four!

Die Bonner Rede

Bonner Rede zur DemokratieDeutschland ist ein föderaler Bundesstaat, in dem die Bundesländer gemeinsam den Bund bilden. Die Ausübung der staatlichen Aufgaben und Befugnisse ist Aufgabe dieser Bundesländer. Dieser Föderalismus soll das Gegenstück zu dem Zentralismus der NS-Diktatur sein.
Doch ist dieser Föderalismus in Deutschland noch lebendig?
Dieser Frage ging die Konrad-Adenauer-Stiftung bei der diesjährigen Bonner Rede am 17. Mai auf den Grund.

Für uns begann die Bonner Rede mit dem Aufbau der Registrierung und des Büchertisches sowie mit der Dekoration der Bühne und des Saals. Wir FSJ-P’ler teilten uns auf und halfen unseren Kolleginnen und Kollegen bei der Anmeldung, unterhielten uns mit den Gästen und beantworteten Fragen zu unseren Publikationen, zum Programm oder generell Fragen über die Konrad-Adenauer-Stiftung.

Dieses Jahr wurde die Bonner Rede von Prof. Dr. Ferdinand Kirchhof, Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichtes, gehalten, der sich in seiner Rede den Artikel 30 des Grundgesetzten („Die Ausübung der staatlichen Befugnisse und die Erfüllung staatlicher Aufgaben ist Sache der Länder...“) und die Diskrepanz zwischen dem Grundgedanken und der Realität bemängelt. Laut Kirchhof haben sich die Kräfte zwischen Bund und Ländern immer mehr zu Gunsten des Bundes verschoben. Dies kommt daher, dass die Länder abhängig sind von der Finanzierung durch den Bund und Aufgeben abgeben, um diese Finanzierung zu erhalten. So stellt Kirchhof fest, dass heute ein „unitaristische[r] Bundesfinanzföderaliusmus“ vorherrscht, anstatt eines Föderalismus wie ihn sich die Väter des Grundgesetztes vorgestellt haben.

In der folgenden Podiumsdiskussion waren sich unsere Referenten, neben Prof. Dr. Ferdinand Kirchhof, Prof. Dr. Roland Sturm (Institut für politische Wissenschaft der Universität Erlangen-Nürnberg) und Ashok Sridharan (Oberbürgermeister der Stadt Bonn), einig, dass es den Ländern an finanziellen Mitteln mangeln würde, sei ein grundlegendes Problem. Diese müssten für jede Kleinigkeit beim Bund nach Geld fragen. Als Lösungsansatz wurde vorgeschlagen, dass die Länder über eigene Steuerquellen verfügen sollten, um eine vom Bund unabhängige Einnahmequelle zu haben. Ein weiteres Problem sahen die die Diskutanten aber auch darin, das es in Deutschland keine Föderalisten mehr gebe. Sowohl die Bevölkerung als auch die Politiker sind auf eine starken Bundesstaat ausgerichtet, der alles einheitlich regelt und überall die gleichen Verhältnisse schafft. Diese Geisteshaltung wird insbesondere durch global denkende Firmen und die steigende Mobilität der Bevölkerung begünstigt.

 

Europa – Ein tolles Projekt mit Vorbildfunktion

 

Am 6. Mai fand im und um das Bonner Rathaus der Europatag statt. Viele verschiedene in Europa aktive Organisationen bauten ihre Stände auf, um über ihre Arbeit zu informieren, ins Gespräch zu kommen und Europa mit all seinen positiven Aspekten wert zu schätzen.

Auch die Konrad-Adenauer-Stiftung war mit einem Stand vertreten.
Zusammen mit der Leiterin des Büros Bundesstadt Bonn, Dr. Ulrike Hospes, und dem Europakoordinator Dr. Martin Reuber begaben, wir uns nach Bonn. Dort feierten wir mikas_108224-1609-1-30_90t einer großen Torte nicht nur die Römischen Verträge sondern erinnerten auch an den 50. Todestag des deutschen Europäers Konrad Adenauer

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Viele Besucher beteiligten sich an unseren Umfragen. Wir hatten eine große Stellwand mit Meinungsfragen zur EU und zu Europa aufgebaut, die die Besucher auf bunten Karten beantworten konnten. Diese wurden dann an die Wand geheftet, sodass sie sich mit immer mehr Ideen, Meinungen und sogar Plädoyers für Europa füllte.

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Bereits Oberbürgermeister Sridharan hatte in seiner Eröffnungsrede am Vormittag betont, dass „schon allein die Tatsache, dass wir seit der Gründung der Europäischen Union in Frieden miteinander Leben, es wert [ist] an Europa festzuhalten“. Dies griffen viele Besucher auf.
Oft konnte man Wörter wie Frieden, Sicherheit, Menschenrechte, Offenheit, Respekt und Gerechtigkeit als Antwort auf die Frage nach der europäischen Idee finden. Aber auch Freizügigkeit, der Euro, Freunde in ganz Europa und Verständigung untereinander waren oft zu lesen.

Einige Besucher pinnten regelrechte Plädoyers oder Aufrufe zur Veränderung an. „Wir müssen den Jugendlichen von der Bedeutung der europäischen Idee erzählen“, „Bitte an nationale Politiker, nicht immer die EU für alles schlechte verantwortlich machen“, „Kein Brexit“, „Ein idealistisches  Projekt, das mit Feuereifer vertreten werden sollte“.

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Jan mit Axel Voss, dem Europaabgeordneten aus Bonn

 

So konnten alle, die Besucher und wir von den Informationen und den neuen Denkanstößen profitieren.
Es war unglaublich schön so viel Positives über Europa zu hören und zu sehen wie viele Menschen daran glauben, dass es etwas ist, für das es sich zu kämpfen lohnt.

Viele Grüße
Jan und Annika

Extremismus in Altenkirchen

Im Februar fand für Lennart und Tim das dritte Seminar der ijgd in Altenkirchen statt. Das Thema für diese Woche war Extremismus.

Nachdem wir am Montag alle angereist waren und uns gegenseitig begrüßt und ausgetauscht hatten, fingen wir umgehend mit einer Einführung in das Thema an. Wir versuchten zu klären, ab wann etwas als rechts- oder linksradikal einzuordnen ist und ab wann es extrem ist. Uns viel dabei auf, dass dies nicht immer ganz eindeutig zugeordnet werden kann. Wir kamen weiterhin zu der Erkenntnis, dass Links- und Rechtsextremisten sich nicht so stark voneinander unterscheiden, wie wir zuerst vermutet hatten. Am Abend beschäftigten wir uns noch mit den Anschlägen des NSU und schauten dazu eine Folge der Satiresendung „die Anstalt“.

Den Dienstagmorgen begannen wir mit einem „Mini-LARP“, indem es darum ging, dass unserer Welt eine Apokalypse droht und wir entscheiden müssen, wen wir retten würden. Über die zur auswahlstehenden Personen war uns nur der Beruf bekannt und darauf beruhte unsere Entscheidung. Wir merkten in diesem Spiel, dass wir Vorurteile gegenüber bestimmten Personengruppen hatten. Am Nachmittag beschäftigten wir uns mit dem Thema Rechtsextremismus und bereiteten in Gruppen Präsentationen zu Themen wie Verfassungsschutz, V-Männern und Symbole der rechten Szene vor.

Am Mittwoch starteten wir mit dem Film „Der Baader-Meinhof Komplex“ zum Thema Linksextremismus. Der Film informierte uns über die Anschläge der linksextremistischen Gruppe RAF und uns wurde deutlich, wie in den extremistischen Bereichen die Politik zur Nebensache wird. Im Anschluss diskutierten wir über den Film und hörten uns noch zwei Vorträge über Linksextremismus an.

Das Highlight dieses Seminares war für uns der Donnerstagvormittag als ein Aussteiger aus der rechtsextremen Szene kam und wir ihm fast 3 Stunden lang Fragen stellen konnten. Seine Geschichte war sehr interessant und aufschlussreich. Wir erfuhren, wie er den Einstieg in die Szene fand und wie es sich weiterentwickelte. Vieles hörte sich anfänglich harmlos an und radikalisierte sich sehr schnell. Am Abend feierten wir zum Abschluss eine kleine Karnevalsparty und versuchten unseren Freunden die Gepflogenheiten des kölschen Karnevals zu erläutern.

Am Freitagvormittag werteten wir das Seminar noch aus, verabschiedeten uns und machten uns auf den Heimweg. Wie immer hat das Seminar uns sehr viel Spaß bereitet und wir warten sehnsüchtig auf unser letztes Gruppenseminar Ende Juni.

Viele Grüße Lennart & Tim

 

Merzbach extrem!

Seminar in Merzbach zum Thema: Extremismus

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Dieses Mal fand unser Seminar in der evangelischen Jugendtagungsstätte Merzbach in der Nähe von Rheinbach statt. Das Thema war Extremismus. Auf dem letzten Seminar hatten wir uns bereits für dieses Thema entschieden. Das Seminar wurde dann von vier FSJ-P’lern, unter anderem Annika und Jan, sowie den beiden Seminarleitern geplant.Wir haben das Thema bewusst sehr weit gefasst, um möglichst viele Aspekte beleuchten zu können.

Nachdem alle in Merzbach angekommen waren gab es erstmal ein großes Wiedersehen. Dann begannen wir damit unsere eigenen Definitionen für extrem, extremes Verhalten und politischen Extremismus zu suchen. Wir stellten dabei schnell fest, dass unsere Ansichten durch sehr unterschiedliche Details geprägt sind. Ein Phänomen, auf das wir während der Woche noch öfter stoßen sollten.

Nach dieser ersten Übung nahmen die Kochgruppen wieder ihre Arbeit auf. Das Essen in dieser Woche war stark von unserem Selbstexperiment geprägt, in dem wir versuchten jeden Abend vegan zu kochen.

Dienstagvormittag besuchte uns Dominik Schmitz, ein ehemaliger Salafist. Er berichtete sehr eindringlich von seinen Erfahrungen mit dem islamischen Extremismus, wie er dazu gekommen ist, was es mit ihm gemacht hat und wie er heute damit lebt. Im Besonderen haben wir mit ihm darüber geredet, was junge Menschen dazu motiviert diesen Weg einzuschlagen und welche biographischen Eigenarten viele dieser Menschen mit sich bringen. Am Nachmittag haben wir uns zwei anderen Arten des Extremismus zugewandt. Dem Links- und Rechtsextremismus am Beispiel von RAF und NSU. Wir bekamen einen kurzen historischen Abriss über die beiden Gruppen, den Verlauf ihrer Aktivitäten und ihre Mitglieder.

Dieses Thema haben wir am Mittwoch wieder aufgegriffen. Von Rheinbach aus sind wir nach Bonn gefahren und haben das Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland besucht. Wir bekamen dort eine Führung mit dem Schwerpunkt auf Links-und Rechtsextremismus durch die Hauptausstellung des Museums. Nach der Führung bekamen wir eine kurze Einführung in das Pressedokumentationszentrum und die Bibliothek des Hauses der Geschichte. Hier recherchierten wir drei Stunden lang zu verschiedenen Aspekten der RAF und des NSU in Kleingruppen. Hierzu betrachteten wir die zeitgenössische Pressedokumentation dieser Ereignisse. Am Ende trugen wir alle Ergebnisse zusammen und verglichen unseren Eindruck über die Berichterstattung in dieser Zeit mit heute. Ein eindeutiges Ergebnis war schwierig fest zu halten, aber wir können sagen, dass insbesondere bei der RAF eine breite wohlwollende Haltung aus der linken Szene der Presse und Bevölkerung zum Ausdruck kam und bei dem NSU eher eine breite Verwirrung, da die Täter lange Zeit nicht bekannt waren.

Donnerstag widmeten wir uns schließlich einem etwas anderen Themas, dem Populismus. Wir versuchten auch hier wieder allgemeines zu diskutieren, was uns etwas leichter viel als beim Extremismus. Im Anschluss untersuchten wir das Parteiprogramm der AfD NRW hinsichtlich der Punkte, die wir zuvor herausgestellt hatten. Wir stellten insbesondere fest, dass die AfD die Aufarbeitung ihrer Forderungen in einer leicht verständlichen, übersichtlichen Weise gemeistert hat und man so das Gefühl hat, die Lösung des Problems sei tatsächlich so einfach. Dies ist wohl die gefährlichste Waffe des Populismus. Nachmittags beschäftigten wir uns wieder damit, ein neues Thema für unser nächstes Seminar im April zu finden: Das nächste Seminar wird um die kommenden Wahlen und Medien gehen.

Freitag war schließlich unser letzter Tag. Wir räumten Morgens noch gemeinsam das Tagungshaus auf, dann gab es eine Abschiedsrunde und schließlich machte sich jeder wieder auf seinen Heimweg.

Trotz des teilweise anstrengenden Themas haben wir als Gruppe eine tolle gemeinsame Woche erlebt. Wir sind schnell wieder zusammengewachsen und haben in der Freizeit viel Billard, Ligretto und SingStar gespielt.

Wir freuen uns schon auf das nächste Seminar. Bis dann liebe Seminargruppe 1!

Annika, Vanessa, Jonas und Jan